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Die 28 Stufen vom Wohnzimmer bis zu meinem Arbeitszimmer unter dem Dach reichen nicht aus:

  • Sie sind nicht genug, um nach einem turbulenten Start in den Tag in den Arbeitsmodus umzuschalten.
  • Sie reichen auch nicht aus, um nach einem Arbeitstag abzuschalten. 
  • Und sie sind nicht genug, um die Arbeit dazulassen, wo sie hingehört – am Schreibtisch. Und nicht im Kopf mit zu meiner Familie zu schleppen.

Ich arbeite seit Jahren im Home-Office. Für mich passt das super.  Ich liebe mein gemütliches Arbeitszimmer unter dem Dach und ja – für mich bedeutet es auch, dass ich meinen Job und die vier Kids optimal miteinander verbinden kann. 

Aber ich habe zunehmend festgestellt, dass mir etwas fehlt. Dass ich die erste halbe Stunde am Schreibtisch oft mit unproduktivem rumklicken verbringt. Und die erste halbe Stunde mit der Family im Kopf eigentlich noch dabei bin eine Mail zu schreiben oder über die Marketing-Strategie einer Kundin nachzudenken.

In diesem Blogpost erzähle ich dir, wie ich durch regelmäßiges Journaling vor und nach der Arbeit eine Methode gefunden habe, mich besser auf meine Arbeit zu konzentrieren und damit fast aus Versehen eine total schöne Selfcare-Routine entwickelt habe.

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28 Stufenreichen nicht aus, um nach der Arbeit abzuschalten

Im Rückblick hat mich das Problem schon lange gestört, aber die tägliche Arbeit von Zuhause aus während der Corona-Krise hat es erst so richtig sichtbar gemacht:

28 Stufen vom Schreibtisch mitten rein in unseren ziemlich turbulenten Familienalltag reichen ´nicht aus, um in die Arbeit reinzufinden und die wenige Zeit die ich habe, produktiv zu nutzen.

Und sie reichen auch nicht, um nach der Arbeit abzuschalten. 

In den letzten Monaten habe ich immer deutlicher gemerkt, dass mir ein gesunder Abstand zwischen Arbeit und Zuhause fehlt. 

Ein Puffer zwischen Schreibtisch und Familie. 

Ich war irgendwann gedanklich nur noch bei der Arbeit. Und manchmal auch ganz real.

Durch die Betreuung Zuhause und Homeschooling ist meine Arbeitszeit ganz schön geschrumpft und ich versuchte das zu kompensieren, indem ich immer häufiger den Laptop mit ins Wohnzimmer nahm, um nur noch eben schnell etwas fertig zu machen.

Ganz ehrlich: wenn vier Kinder um einen herumspringen und kleingeschnittene Gurke, Pflaster, eine Portion Liebe, eine Unterhalterin oder eine Trösterin brauchen, kannst du “eben mal schnell fertig machen” knicken.

Klappt nicht.

Funktioniert nicht.

Endet immer mit Frust und einem schlechten Gewissen.

Weil die Arbeit nicht fertig geworden ist UND weil ich mich auch nicht richtig um die Kinder gekümmert habe. 

Bis ich irgendwann darauf gekommen bin, dass ich ein Ritual brauche, um nach der Arbeit abzuschalten und meiner Familie die Aufmerksamkeit und geistige Anwesenheit zu schenken, die sie verdient haben.

Ich habe einige Sachen probiert – Yoga, Meditation, Mittagsschläfchen – und bis ich schließlich beim Journaling gelandet bin.

Ok, eigentlich ist das Mittagsschläfchen mein Favorit. Aber das führt dazu, dass ich den Rest des nachmittags wach bin und dann ab 11 Uhr abends Party machen könnte.

Deshalb also Journaling. Und nach einigen Wochen ist daraus eine Anfangs- und Ende-Routine für meine Arbeit geworden, die ich fast immer mache. Und mir total guttut. 

So habe ich mit dem Journaling angefangen

1. Erstmal habe ich ein superschönes Notizbuch gekauft

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich liebe Notizbücher. Und wenn ich mal einen echten Grund habe, wieso ich ein Notizbuch BRAUCHE, dann lass ich mir den nicht entgehen.

2. Dann habe ich mir eine Reihe von Journaling-Aufgaben überlegt

Ich wollte Fragen haben, die mich leiten und mich dabei unterstützen in meine Arbeit reinzufinden oder bewusst abzuschließen. Im Netz habe ich jede Menge Journaling-Fragen gefunden. Und aus diesen Fragen habe ich eine Art “best-off”-Liste gemacht und auf Evernote abgelegt. So habe ich die Fragen immer zur Hand, wenn ich sie brauche. 

3. Ich habe Journaling ist ein festen Punkt auf meiner to-do Liste gemacht

Ich versuche mir diese 10 Minuten immer zu nehmen. Selbst, wenn nebenher die Kids toben. Manchmal beantworte ich die Fragen nur stichwortartig oder in ein oder zwei Sätzen. Die Journaling-Aufgabe soll mich unterstützen und nicht noch zusätzlich Druck aufbauen.

4. Ich habe bewusst Selbstfürsorge-Fragen in meine Journaling-Routine eingebaut

Ich habe definitiv Workaholic-Tendenzen und ab und an habe ich mit depressiven Episoden zu kämpfen. In solchen Perioden schlafe ich zu wenig, höre auf gesund zu essen, mache keinen Sport mehr, trinke zu viel Alkohol… das komplette Programm.  Deshalb habe ich bewusst Journaling-Themen für mich gewählt die mir dabei unterstützen, die ersten Symptome für solche Phasen zu erkennen. 

Mein Fazit nach 4 Wochen Journaling

Ich mache das jetzt seit 4 Wochen und für mich funktioniert es super. Nicht jeden Tag – aber fast jeden Tag.

Ich habe festgestellt, dass ich dadurch näher an mir und meinen Emotionen dran bin. Ich bin zufriedener und sehe deutlicher, was ich jeden Tag leiste. 

Und ich habe durch die Journaling-Aufgaben eine total positive Möglichkeit gefunden, Abstand zwischen mich und meine Arbeit zu bringen.

Klar, es gibt die Tage an denen ich nicht alle Punkte auf meiner to-do-Liste abhaken kann. Es gibt davon sogar eine ganze Menge Tage. 

Aber ich kann das viel gelassener akzeptieren, wenn ich den Arbeitstag mit einigen positiven Gedanken beende.

Das sind die Schreibaufgaben oder Journaling-Prompts, die ich für mich ausgewählt habe:

17 Journaling-Aufgaben, für einen achtsamen und produktiveren Arbeitstag 

  1. Unter welchem Motto steht dieser Tag?
  2. Was motiviert mich heute besonders?
  3. Eine Sache, mit ich heute etwas Gutes tun werde
  4. 5 Dinge, für die ich im Moment in meinem Leben dankbar bin?
  5. 5 Dinge, für die ich in meinem Business dankbar bin?
  6. Wie will ich mich heute fühlen? Und wenn ich mich so fühle, was würde ich dann denken? 
  7. Was kann ich aus dieser Situation lernen?
  8. Was habe ich heute bewusst vermieden?
  9. Wo habe ich heute auf meine Intuition gehört?
  10. Wenn ich heute so richtig mutig wäre, was würde ich dann tun?
  11. Was ist der erste Schritt in die richtige Richtung?
  12. Was sollte ich weniger tun?
  13. Was habe ich der Welt heute geschenkt?
  14. Was hat mir heute so richtig Freude bereitet?
  15. Wann habe ich mich heute voll in meinem Element gefühlt?
  16. Worauf bin ich heute stolz – egal was dabei herauskam?
  17. Was habe ich heute gelernt?

Bediene dich gerne bei den Journaling-Fragen. Picke dir die Themen raus, die dich ansprechen. Und nimm eigene dazu.

Und jetzt bin ich gespannt: wie findest du in deine Arbeit rein und wie kommst du nach der Arbeit runter?

Und funktioniert das anders, wenn du im Homeoffice arbeitest?