fbpx
 
❓ Welches soziale Netzwerk gibt 2022 den Ton an?
❓ Und welche Content-Formate werden 2022 dominieren?
Diese (und noch ein paar weitere spannende Punkte) habe ich mit Anja Olivieri von AgoraPulse besprochen.

Höre dir hier das komplette Interview an

Abonniere meinen Podcast auf iTunes I Google I Spotify 

Oder lies die Zusammenfassung des Interviews mit den wichtigsten Fakten hier auf dem Blog:

Q: Frage: Wieso führt 2022 für kleine Unternehmen kein Weg an Social Media vorbei?

Die Antwort auf diese Frage ist ganz einfach. Wir sind einfach alle auf Social Media. Du, ich. 16-Jährige genauso wie 60-Jährige.

Natürlich nutzen wir nicht alle die gleiche Plattform. Und wir suchen auch nicht nach den gleichen Inhalten. 

Aber unsere Kunden sind im Netz. Und auf Social Media. Und als Unternehmen sollten wir dort präsent sein, wo unsere Kunden sind. Egal ob wir ein Solopreneur oder ein mittelständisches Unternehmen sind.

Q: Muss ich als kleines Unternehmen auf allen sozialen Netzwerken mitspielen?

Nein, du musst nicht auf allen sozialen Netzwerken aktiv sein. Es ist sinnvoll und wichtig, dass du dich spezialisierst. Mein Tipp: wähle ein oder zwei Plattformen aus und bespiele diese Netzwerke richtig gut. Das ist deutlich sinnvoller, als auf mehreren Plattformen halbherzig unterwegs zu sein.

Q: Was ist mit Unternehmen, die im B2G Bereich unterwegs sind. Ist LinkedIn die einzige Plattform, die für B2B Unternehmen relevant ist?

LinkedIn spielt für B2B Unternehmen tatsächlich eine immer größere Rolle. Inzwischen gibt es mehr als 14 Millionen aktive User in Deutschland, Österreich und der Schweiz

LinkedIn ist einfach die Plattform, die gezielt genutzt wird, um Business-Kontakt zu knüpfen. Es ist das Netzwerk, auf dem ich gezielt nach Produkten oder Unternehmen suche, die für mich als Unternehmen relevant sind.

Trotzdem sollte man dabei nicht vergessen, dass die Mitarbeiter von Unternehmen auch nur Menschen sind, die privat auf Instagram, Facebook oder TikTok unterwegs sind.

Das bedeutet, man kann Unternehmens-Kontakte auch auf diesen Netzwerken erreichen. Die starre Trennung zwischen privaten und beruflichen Netzwerken verschwimmt auf Social Media immer mehr.

Social Media funktioniert für B2B Unternehmen anders

Wenn ich als B2B-Unternehmen Social Media nutze, geht es selten darum, Kunden zum spontanen Kauf zu bewegen. Stattdessen kann Social Media ein erster Touchpoint im Verkaufsprozess sein. 

In dem Fall muss ich mir als Unternehmen überlegen, wie ich Kunden und Interessenten auf Social Media dazu bekomme, mit mir Kontakt aufzunehmen. Zum Beispiel indem ich ihnen ein E-Book anbiete oder sie zu einem Webinar einlade.

Im B2B-Umfeld geht es auf Social Media darum, Leads zu sammeln und den persönlichen Kontakt herzustellen und selten darum, direkt zu verkaufen. 

Q: Wo fange ich als kleines Unternehmen an, wenn ich die E-Commerce Möglichkeiten auf Social Media nutzen will?

Wenn du zum Beispiel auf Instagram einen Shop aufbauen möchte, sollest du mit den Grundlagen beginnen.

Lege die Grundlagen

Richte ein Business-Profil auf Instagram ein und schreibe eine gute Bio. Stelle dir vor dein Instagram Profil ist das Schaufenster deiner Marke.

Es lohnt sich ein bisschen Zeit zu investieren und zu überlegen, wie du dich präsentieren möchtest. 

Mache einen Content Plan

Social Commerce beginnt nicht mit dem Verkaufen, sondern mit richtig gutem Content. Deshalb solltest du im nächsten Schritt einen Content Plan machen.

  • Was wollen potenzielle Kunden von dir auf Social Media hören?
  • Für welche Themen interessieren Sie sich?

Dein Content Plan sollte ein spannender Mix aus unterhaltsameren Posts, Fachinformationen, dem einen oder anderen Blick hinter die Kulissen und Informationen über die Produkte sein.

Erstelle einen Content Plan und teste, was deine Kunden auf Instagram wirklich interessiert.

Komme mit deiner Community ins Gespräch

Im nächsten Schritt geht es darum, mit der Community auf Instagram ins Gespräch zu kommen.

Social Commerce bedeutet nicht, 10-mal zu betonen, wie toll dein Auto ist – wenn du ein Auto verkaufst.

Social Commerce bedeutet den Dialog zu suchen, mit der Community zu interagieren, Fragen zu beantworten und vielleicht sogar mal einen Wettbewerb zu veranstalten.

Wenn du schneller Resultate sehen willst, kann es sich in dieser Phase lohnen Ads zu schalten, um schnell Reichweite aufzubauen und systematisch verschiedene Zielgruppen und Formate zu testen 

Wähle deine Produkte für E-Commerce sorgfältig aus

Erste wenn du weißt, welche Inhalte deine Community interessieren, kannst du dich um das Thema E-Commerce kümmern.

Wähle die Produkte, die du verkaufen willst sorgfältig aus.

Mein Tipp: Knalle nicht einfach das komplette Sortiment in deinen Instagram-Shop sondern überlege dir genau, was deine Bestseller sind, welche Produkte gut zu deiner Community passen und sich auf Instagram gut präsentieren lassen. 

Überlege dir auch, ob du Geld in schöne Produktfotos und gute Beschreibungstexte investieren willst. Schließlich soll deine Community richtig Lust auf deine Produkte bekommen, wenn sie in deinen Shop rüberklickt.

Wenn dein Shop steht, kannst du dir Gedanken über die eigentlichen Shopping-Posts machen. Das können Posts im Feed, Reels oder Storys sein. Wichtig ist, dass die Produkte verlinkt sind und die User mit wenigen Klicks kaufen können.

Auf Social Media verkaufen ist kein Sprint, sondern mindestens ein Mittelstreckenlauf

Je besser du verstehst, was die Leute interessiert und was zu ihnen passt, desto besser kannst du deinen Shop optimieren und umso mehr kannst du verkaufen. Das braucht Zeit, aber es lohnt sich.

Q: TikTok, Clubhouse oder Instagram – welches soziale Netzwerk hat 2022 das größte Potenzial?

Das größte Potenzial für dein Unternehmen hat immer das Netzwerk, auf dem deine potenziellen Kunden sind!  Und daran wird sich auch 2022 nicht ändern.

Davon mal abgesehen bleibt TikTok auch im kommenden Jahr eine spannende Plattform. 

Wer auf TikTok erfolgreich sein will, sollte auf jeden Fall eine Extraportion Kreativität mitbringen und den Perfektionismus Zuhause lassen. Auf TikTok sind Lockerheit und Authentizität gefragt.

Viel Potenzial für kleine Unternehmen: das Google Businessprofil

Ein Netzwerk, das gerne vernachlässigt wird, ist das Google Businessprofil. Es klingt banal, aber es hat unheimlich viel Potenzial für kleine Unternehmen.

Wenn jemand bei Google nach einem Laden, Geschäft oder einer Praxis wie deiner sucht und dein Unternehmen wird angezeigt, dann ist das unheimlich kraftvoll. Und eine tolle Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen.

Neben Informationen wie Kundenbewertungen, Bilder und Öffnungszeiten kannst du in dem Google Businessprofil auch häufig gestellte Fragen beantworten und weitere Informationen einbinden.

Das Google Businessprofil ist nicht unbedingt neu. Aber gerade lokale Unternehmen sollten sich das Thema für 2022 auf die To-do-Liste schreiben.

Q: Welcher Content Formate geben 2022 den Ton an?

Snackable Content

Snackable Content sind Content Häppchen, die sich einfach und unkompliziert im Social Web konsumieren lassen und 2022 weiter auf Social Media wichtig sind. 

Karussell-Posts auf Instagram sind ein super Beispiel für Snackable Content, der viel Reichweite bekommt. Sie eignen sich prima, um Informationen schnell und kompakt zu vermitteln und der Zielgruppe etwas beizubringen. 

Kurze Videos

Video war das beherrschende Format 2021 und wird auch 2022 weiter den Ton angeben. Kurze Videos im TikTok-Stile gehören ebenfalls zur Kategorie Snackable Content und werden Social Media dominieren. Versuche kurze, authentische, spontane und kreative Videos zu erstellen, die nicht überpropfessionell sind.

Authentizität

Authentizität ist ein Thema, dass 2022 und darüber hinaus eine immer wichtigere Rolle spielen wird. Je authentischer der Content, umso besser wird er funktionieren. Natürlichkeit, Nachhaltigkeit, Ehrlichkeit – das sind Werte, die den Millennials und allen nachkommenden Generationen wichtig sind. Und das werden wir auch auf Social Media sehen.

User Generated Content

Passend zum Thema Authentizität wird auch User Generated Content, also Content den die Community freiwillig über mein Unternehmen oder meine Produkte postet, im kommenden Jahr eine große Rolle spielen und sollte ein Thema sein, dass kleine Unternehmen aktiv angehen.

Warum?

Mund-zu-Mund-Propaganda war schon immer wirkungsvoll. Wenn ein Kunde mein Produkt oder mein Unternehmen lobt, dann hat das einen deutlich größeren Einfluss auf Interessenten und potenzielle Kunden als meine Werbe-Botschaft.

Und genau deshalb ist es so wichtig, eine Community auf Social Media aufzubauen, die hinter der Marke steht und freiwillig sagt “finde ich cool” oder “der Event hat mir gefallen”. 

Unterhaltsame deine Kunden

Und last but not least – erstelle unterhaltsamer Content. Die Leute sind im letzten Jahr nicht zuletzt wegen TikTok anspruchsvoller geworden. Wenn die Inhalte nicht Fun sind und einen Mehrwert haben, werden die Leute weiter scrollen. 

AgoraPulse hat zu diesem Thema gerade eine Studie veröffentlicht und dafür mehr als 200.000 Social Media Posts aus Deutschland, Österreich und der Schweiß ausgewertet. 

👉 Wenn du ganz genau wissen möchtest, welche Art von Content gut ankommt, dann lade dir die Social-Media-Studie hier runter.

Q: Welche Zahlen sollte ich auf Social Media im Auge behalten? Was sind die wichtigen Parameter, an denen ich meinen Erfolg messen kann?

Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, welche Ziele ich auf Social Media verfolge. 

Wenn du dein ersten Schritte auf Social Media machst

Wenn du ganz neu auf Social Media bist, ist alleine das Thema Reichweite interessant. An deiner Reichweite erkennst du, wie viele Menschen auf Social Media erstmals mit deinem Unternehmen und deinen Produkten in Berührung kommen. 

Wenn du eine Community auf Social Media aufbaust

Wenn du eine Community rund um deine Marke im Netz aufbauen möchtest, dann behalte das Engagement im Auge und habe einen Blick darauf, wie oft deine Beiträge angeschaut, geliked und weiterempfohlen werden.

Wenn du auf Social Media verkaufst

Wenn du schon weiter bist und über Social Media verkaufen möchtest, dann miss die Klicks und vor allem die Umsätze, die du über Social Media generierst. Damit du diese Zahlen messen kannst, solltest du ein Tracking einrichten. Nur so kannst du nachverfolgen, wer wirklich über Social Media gekauft hat.

Das bedeutet, welche Zahlen du misst, hängt von deinen Business-Zielen ab. 

Kümmere dich um das Thema Social Commerce

Das Thema Social Commerce nimmt weiter an Fahrt auf.  Die Menschen sind jetzt einfach so weit. Erst haben wir nur im Netz recherchiert, dann haben wir das Netz mobil genutzt, jetzt sind wir so weit, dass wir auf Social Media kaufen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sollten das Thema weiter verfolgen und das Potenzial nutzen.

Verteile dein Anzeigen-Budget

In letzten Jahren ist es immer schwerer geworden organisch eine Community auf Social Media aufzubauen und zu verkaufen. Wir sind auf Social Media eben nicht mehr alleine unterwegs. 

Allerdings gab es 2021 einige Veränderungen, die den Markt ganz schön durchgerüttelt haben. Unter anderem ist durch iOS 14 die Performance der Ads bei vielen Unternehmen eingebrochen.

Deshalb werden Unternehmen nicht mehr alle Eier in einen Korb legen, sondern ihr Anzeigen Budget über mehrere Social Media Netzwerke verteilen und genau messen, wo sie die besten Ergebnisse sehen.

Das macht das Thema Social Ads komplexer. Aber dadurch werden Unternehmen bessere Ergebnisse sehen und spannende Erkenntnisse gewinnen, die sie dabei unterstützen, ihr Budget in Zukunft besser einzusetzen.

Klar kann man sich beim Thema Ads Unterstützung von einer Agentur holen, aber die müssen auch erstmal testen und ausprobieren. Deshalb ist learning by doing auch auf jeden Fall wichtig.

Bereite dich auf Krisenzeiten vor

Es kann immer passieren, dass es auf Social Media mal knallt. 

😕 Weil etwas schiefgelaufen ist.

😕 Weil jemand etwas falsch verstanden hat. 

😕 Oder, weil du einen Fehler gemacht hast.

Wichtig ist, dass du für solche Fälle vorbereitet bist und einen Krisenplan in der Tasche hast.

  • Wie reagieren wir.
  • Wer reagiert
  • Was sagen wir zu dem Thema.

Falls das Thema neu für dich ist, lade dir den Krisen-Kommunikations-Guide von AgoraPulse runter. In diesem Guide haben wir neben Case Studies hilfreiche Tipps und Informationen zusammen gestellt, die Unternehmen dabei unterstützen im Falle einer PR-Krise auf Social Media angemessen zu reagieren.

Testen, testen, testen

Social Media ist keine klare Wissenschaft. Sondern man muss immer wieder testen um herauszufinden, was für meine Zielgruppe funktioniert. Selbst wir Experten erleben immer wieder Überraschungen. Da bist du dir sicher, dass der eine Content bei Männdern richtig gut ankommt, und dann wird der Post vor allem von Frauen geklickt. Deshalb kann ich Unternehmen nur empfehlen: testen, testen, testen.

Anja, vielen Dank für das spannende Interview!